Gestalttherapie- was ist das?

 

Ich verfolge in meiner Arbeit einen gestalttherapeutischen Ansatz.

 

Im Vordergrund steht dabei immer der Mensch in seinem So-Sein, und die Begleitung auf seinem ureigenen und persönlichen Weg.

 

Das Menschenbild in der Gestalt ist zutiefst geprägt von humanistischen Grundannahmen, wie zB dem Glauben an die Selbstbestimmtheit und Selbstverantwortlichkeit eines jeden Menschen.

 

Tief verwurzelt ist darin die Auffassung, dass jeder Mensch für sich selbst am Besten weiß, was gut für ihn ist, was der nächste Schritt in seinem Leben sein soll und damit im Grund die Lösung für sein Problem schon in sich trägt.

 

Als Therapeutin sehe ich mich selbst als empathische und wohlwollende Begleiterin die dazu beitragen möchte, dass dieses ureigene innere Wissen wieder aufgedeckt und somit für den/die KlientIn wieder spürbar wird.

 

In der Gestalt geht es viel um spüren...Achtsamkeit...um das, was im Hier und Jetzt geschieht. Im therapeutischen Setting geht es deshalb immer wieder auch um den direkten Kontakt zwischen Therapeutin und KlientIn, so, wie er sich im jeweils gegenwärtigen Moment anfühlt.

 

Typische Fragen können dabei sein:

 

Was passiert jetzt gerade? Welche Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen sind jetzt gerade präsent? Was passiert hier im Kontakt, wie nehme ich mich selbst wahr? Was ist möglicherweise schwierig, wo vermeide ich etwas? Wann fällt mir der Kontakt zu mir selbst leicht, wann schwer? Welche Themen drängen immer wieder in den Vordergrund?

 

Dies kann deshalb wertvoll sein, da davon ausgegangen werden kann, dass sich die Vergangenheit immer auch in der Gegenwart zeigt zB. in Form von Glaubensätzen oder Beziehungsmustern. Diese werden unbewusst im Hier und Heute immer wieder aktualisiert und bilden damit den Hintergrund für die gewohnte Lebensrealität. Im ungünstigen Fall führen sie genau zu dem Leid, das jemanden zB therapeutische Hilfe suchen lässt.

 

Der Zukunftsaspekt des gestalttherapeutischen Ansatzes besteht in dem tiefen Glauben an die Entwicklungsfähigkeit von Menschen; die Möglichkeit persönlichen Wachstums ist ihm immanent.

 

Der therapeutische Rahmen ist damit so gestaltet, dass nicht nur die momentanen Schwierigkeiten und Hintergründe bewusster wahrgenommen und verstanden werden, sondern die Therapie soll gezielt Raum für neue Erfahrungen bieten und bildet damit die Grundlage für die Ausbildung neuer, günstigerer Glaubenssätze und Identifikationen.

 

In Experimenten wie zB. Rollenspielen können so im geschützten Rahmen zum Beispiel neue Arten des Selbsterlebens ausprobiert werden, Ressourcen wiederentdeckt, alte Identifikationen und Glaubenssätze überprüft, das Selbstbewusstsein gestärkt und insgesamt die eigene Selbstwirksamkeit aktiviert und erfahren werden.